HOUSING NOW! / STROHKERN

Ein Bausystem für verantwortbare Nachverdichtung

Unsere Zeit ist geprägt von zahlreichen Krisen, denen wir als Gesellschaft begegnen müssen, um langfristig das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen zu sichern. Wir wollen einen Beitrag leisten, insbesondere im Bereich des Wohnens. Wohnen ist zentral für Sicherheit und persönliche Entwicklung und spielt eine entscheidende Rolle bei der Emittierung von CO₂. Allein der Bausektor verursacht etwa 40 % dieser Emissionen, wobei private Wohnbauten erhebliche Ressourcen verbrauchen. Wir fühlen uns verpflichtet, notwendige konkrete, ökologisch und ökonomisch tragfähige Vorschläge zu entwickeln.

Als Grundlage haben wir die ökologisch, sozial und wirtschaftlich machbare Nachverdichtung von Wohnräumen in Aachen untersucht. Dabei haben wir im Rahmen unserer Masterarbeit ein Bausystem entwickelt, das Lehm und andere nachhaltige Materialien verwendet, die sich für bestehende Strukturen eignen. Anhand von zwei Typologien – Minderbebauungen und Zeilenbauten – setzen wir unser erworbenes Wissen in konkrete Entwürfe um. Wir wollen attraktiven und bezahlbaren städtischen Wohnraum schaffen, ohne zusätzliche Flächen zu versiegeln und die Wohnqualität zu vernachlässigen. Das System nutzt Lehm, Holz, Stroh und wiederverwendete Bauteile je nach ihren besonderen Stärken. Unser Ziel ist es, ein rückbaubares, kompatibles und modulares System zu schaffen, das theoretische Prinzipien und praktische Anforderungen integriert.

Housing Now! Masterarbeit gemeinsam mit Britta Schebesta, Preisträgerinnen wa award & Baunetz Campus Award 2024

Das Projekt Strohkern ist aus dem Wunsch entstanden, einen konkreten und realen Beitrag zu einer ökologisch und sozial verantwortlichen Baukultur zu leisten. Gemeinsam mit Britta Schebesta habe ich das Bausystem weiterentwickelt. Unser Ansatz verbindet Gestaltung mit bautechnischer Innovation und ermöglicht sowohl Vorfertigung als auch Selbstbau. So schaffen wir nicht nur neue, bezahlbare Wohnräume, sondern fördern auch Teilhabe und Identifikation. Strohkern versteht sich als Impulsgeber für eine zukunftsfähige Baupraxis, die Klima, Stadt und Gemeinschaft zusammendenkt.

Das Projekt wurde mit dem EXIST-Women-Stipendium 2024 gefördert.

Das Team

Hinter Strohkern stehen Britta Schebesta und Franziska Müller. Kennengelernt haben wir uns 2019 am Ende unseres Bachelorstudiums, verbunden durch gemeinsame Werte und die Überzeugung, dass Architektur einen Beitrag zu einer gerechteren, ökologischen Zukunft leisten muss.

Diese Haltung prägt unsere Zusammenarbeit bis heute: Wir teilen die Vision, das Bauwesen im Sinne von Klimaschutz und sozialer Verantwortung weiterzudenken – mit dem Anspruch, positiven Wandel mitzugestalten. Unser Vertrauen in diesen Weg ist dabei vielleicht unser größtes Kapital.

Mit praktischer Erfahrung im nachhaltigen Planen und Bauen sowie mehreren Auszeichnungen für unsere gemeinsame Arbeit bringen wir das nötige Wissen, Engagement und die Motivation mit, Strohkern weiterzuentwickeln.

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